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isw Newsletter Februar 2026

isw Newsletter Februar 2026

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isw - sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V.

Newsletter Februar 2026

Konjunktur 2025 
Deutschlands Wirtschaftswachstum um den Nullpunkt

Willy Sabautzki

 

Die deutsche Konjunktur 2025 ist durch Stagnation mit einem Jahreswachstum des BIP von nur 0,2 % und einem Verlauf über die Quartale knapp um die Nulllinie gekennzeichnet. Produktivität und Investitionen bleiben schwach, wodurch sich der Abstand zu Volkswirtschaften wie China mit rund 5 % und die USA mit gut 2 % Wachstum vergrößert.
Die Binnennachfrage in Deutschland wird durch eine Inflation um gut 2 % und nur begrenzte reale Lohnzuwächse gedämpft. Parallel baut die Industrie seit Jahren massiv Stellen ab, vor allem in Automobil-, Metall- und Chemieindustrie, während rüstungsnahe Bereiche angesichts exorbitanter Verteidigungs-Ausgaben expandieren. Die Krise erscheint als strukturelle Überakkumulations  und Standortkrise: hohe Energiepreise, Digitalisierungsdefizite, marode Infrastruktur, Fachkräftemangel. Das primäre staatliche Investitionsprogramm, oder auch als militärischer Keynesianismus zu bezeichnen, stabilisiert kurzfristig die Kapitalprofite, steigert aber weder Produktivität noch gesellschaftlichen Reichtum im zivilen Bereich. 


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Donroe-Doktrin: Trumps Angriff auf Venezuela ist Teil eines imperialistischen Plans zur Durchsetzung der US-Vorherrschaft in Lateinamerika

Benjamin (Ben) Norton

 

Donald Trump befahl dem US-Militär am 3. Januar 2026, Venezuela zu bombardieren, seinen verfassungsmäßigen Präsidenten Nicolás Maduro zu kidnappen und ihn nach New York zu verschleppen, um dort mit politisch motivierten Anschuldigungen gegen ihn einen Schauprozess zu führen. Dieser dreiste Angriff auf Venezuela ist Teil einer größeren imperialistischen Offensive der USA in ganz Lateinamerika. Die Trump-Regierung beruft sich offen auf die 202 Jahre alte koloniale Monroe-Doktrin, die für das 21. Jahrhundert aktualisiert als "Donroe-Doktrin" bezeichnet wird. Dieser Gesamtplan des US-Imperiums wird in der Nationalen Sicherheitsstrategie 2025 der Trump-Regierung  dargelegt. Das Dokument verdeutlicht, wie die USA versuchen, ihre Vorherrschaft gewaltsam in der gesamten westlichen Hemisphäre durchzusetzen.   

 

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Stehen wir politisch am gleichen Punkt wie 1933?

Jörg Becker

 

Jörg Becker verneint, dass Deutschland 2025 politisch am gleichen Punkt steht wie 1933., Er verweist auf gefährliche Parallelen, insbesondere den Niedergang der Demokratie durch ihre „Transformation“ zu einem Instrument ökonomischer Macht. Parteien, Lobbyismus und Medien sind seiner Ansicht nach dem Einfluss großer Kapital- und Investmentinteressen insbesondere aus den USA unterworfen, wodurch die Kluft zwischen Kapital und Arbeit weiter wachse. Infolge der sozialdemokratischen Entpolitisierung und der Schwächung der Gewerkschaften sei die AfD heute zur politischen Vertretung kleinbürgerlicher Schichten geworden, ähnlich wie einst die NSDAP das Kleinbürgertum mobilisierte. Becker plädiert für eine neue solidarische Einheit aller antifaschistischen Kräfte – von Gewerkschaften über Kirchen bis zu ökologischen Bewegungen – als zivilgesellschaftliche Antwort auf den Rechtsextremismus. Diese Einheit müsse auf den Prinzipien sozialer Gerechtigkeit, Wirtschaftsdemokratie und aktiver Verteidigung des demokratischen Sozialstaats nach Art. 14 und 20 GG beruhen.  

 

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Weltungleichheitsbericht 2026: Die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert sich

Willy Sabautzki

 

Der „Weltungleichheitsreport 2026“ (World Inequality Report 2025) von Thomas Piketty, Lucas Chancel und Team analysiert anhand umfassender Daten aus der World Inequality Database eine dramatische Zunahme globaler Einkommens- und Vermögensungleichheit seit 1980: Die reichsten 10% kontrollieren weltweit 76% des Vermögens und 52% der Einkommen. Neu hinzugekommen sind im Bericht Erkenntnisse zur Klimaungleichheit – die arme Hälfte emittiert nur 12% CO₂, trägt aber 75% der Klimaschäden. Neu sind auch Ergebnisse zur Geschlechterungleichheit, nachdem Frauen trotz längerer Arbeitszeiten (inkl. unbezahlter Hausarbeit) nur 35% des globalen Arbeitseinkommens erzielen. Die Autoren sehen Ungleichheit als politisch beeinflussbares Verteilungsproblem. Der Report belegt empirisch Kapitalakkumulation und Klassenspaltung.  

 

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COP30 in Belém: Fossile Lobby setzt sich durch. Es braucht eine grundsätzlich andere Verhandlungs-Methode.

Helmut Selinger

 

Die UN- Weltklimakonferenz COP30 im November 2025, in Belém, Brasilien ist als ein enttäuschendes Scheitern einzuschätzen, da die fossile Lobby, insbesondere aus Golfstaaten wie Saudi-Arabien, jeden Fortschritt blockierte und nicht einmal eine Roadmap zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas erwähnt wurde. Trotz der Ambitionen des brasilianischen Präsidenten, Lula da Silvas,  für eine „Konferenz der Wahrheit“ einzutreten, fehlten verbindliche Beschlüsse, während unklare Finanzversprechen wie die Verdreifachung von Anpassungshilfen nur zu einer Umverteilung führten, ohne neue Mittel bereitzustellen.  Erforderlich ist nach Ansicht des Autors eine radikale Neuausrichtung der Verhandlungen mit verbindlichen Klimaschulden-Berechnungen seit 1990, völkerrechtlich sanktionierten Reparationszahlungen. Das Einstimmigkeitsprinzip müsse durch Mehrheitsbeschlüsse ersetzt werden, fossile Lobbyisten ausgeschlossen und Militärausgaben priorisiert reduziert werden.  

 

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Zukünftige Klimakatastrophe – gibt es noch hoffnungsvolle Perspektiven?

Helmut Selinger

 

Die Klimakrise läßt sich als eine tiefgreifende ökologische und systemische Krise begreifen, die nicht allein technisch oder politisch, sondern strukturell im Kapitalismus verankert ist. Zwar sei der menschengemachte Klimawandel wissenschaftlich eindeutig belegt, doch würden interessengeleitete fossile Lobbys aktiv Skeptizismus schüren, um politische Maßnahmen zu blockieren. Trotz jahrzehntelanger Klimakonferenzen seien die globalen Emissionen weiter gestiegen, weil die internationale Klimapolitik innerhalb kapitalistischer Wachstumslogik verbleibe und echte globale Klimagerechtigkeit verhindere. Helmut Selinger argumentiert, dass nur eine radikale Transformation – eine Abkehr vom Wachstumszwang hin zu einem ökologisch und solidarisch organisierten Wirtschaftssystem – wirksamen Klimaschutz ermöglichen könne. Anknüpfend an Kohei Saitos ökologische Marx-Interpretation sieht er in einem „Degrowth-Kommunismus“ eine hoffnungsvolle Perspektive: eine demokratisch, lokal und ökologisch ausgerichtete Ökonomie jenseits von Profitmaximierung und Ressourcenverschwendung.  

 

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Chinas Klimaziele und das Projekt „Grüne Große Mauer”. Zum Fertigungsstand des weltgrößten Aufforstungsprogramms

Willy Sabautzki

 

Chinas „Grüne Große Mauer“ (Three-North Shelterbelt Development Program), gestartet 1978, ist das weltweit größte Aufforstungsprogramm und zielt darauf ab, die Desertifikation in Nord-, Nordost- und Nordwestchina zu stoppen, indem bis 2050 ein 4.500 km langer Grüngürtel mit 35 Millionen Hektar Wald entsteht, um Wind-/Sandstürme einzudämmen, Böden zu schützen und 170 Millionen Menschen Lebensraum zu sichern. Im Juli 2025 wurde ein Meilenstein erreicht: Ein 1.856 km langer Sandschutzgürtel ist in der Inneren Mongolei über drei Wüsten abgeschlossen. Die Nutzung von Strohkaros bremsen den Wind und ermöglichen die Bepflanzung mit robusten Sträuchern, trotz extremer Bedingungen. Das Projekt demonstriert Chinas sozial-ökologische Ambitionen einerseits, verweist andererseits darauf, die Bedeutung der Energieversorgung und das Erreichen des Pariser Klimaziel-Abkommen langfristig abzusichern.  

 

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Geschichte als Waffe (I,II,III). 
Zur Rolle von Geschichtspolitik für die Erzeugung von Feindbildern

Peter Wahl und Detlef Bimboes

 

Geschichtspolitik tritt nach den Ausführungen der beiden Autoren in vielen Formen auf und wird besonders problematisch, wenn sie zur Konstruktion von Feindbildern gegenüber anderen Völkern in Konflikten und Kriegen genutzt wird. Beispiel Russland: Die russische Expansion Richtung Baltikum setzte erst im 16. Jahrhundert ein, während zuvor die Kiewer Rus unter mongolischer Herrschaft zerfiel und sich das Machtzentrum nach Moskau verlagerte. Zentral für das russische Selbstverständnis sind Napoleons Feldzug 1812 und der Vernichtungskrieg Nazi Deutschlands, die in der russischen Erinnerungskultur als große Abwehrkämpfe verankert sind. Der Hitler Stalin Pakt wird im westlichen und polnischen Mainstream oft als Inbegriff „russischer Bösartigkeit“ und als Schlüsselursache des Zweiten Weltkriegs gedeutet, ohne die vorangegangenen vergeblichen sowjetischen Versuche einer Anti Hitler Koalition angemessen zu berücksichtigen. Die Autoren argumentieren, dass Geschichtspolitik nicht primär mit offenen Fälschungen arbeitet, sondern vor allem mit interessengeleiteter Umdeutung unbestreitbarer Tatsachen. Der Beitrag betont, dass es nicht darum gehe, ein spiegelbildliches Narrativ zu konstruieren, sondern darum, Geschichtspolitik als ideologische Konstruktion zu entlarven, die Spannungen verschärfe und Kriegsbereitschaft im eigenen Lager fördere.  

 

Artikel lesen: Teil I, Teil II, Teil III


Strukturwandel und Beschäftigungsrückgang in zentralen deutschen Industriebranchen

Willy Sabautzki

 

Im Jahr 2025 ist die Beschäftigung in der deutschen Industrie, insbesondere in der Automobilbranche, deutlich zurückgegangen – mit 6,3 % weniger Arbeitsplätzen und dem niedrigsten Niveau seit 2011. Der Stellenabbau zeigt sich besonders stark bei Zulieferbetrieben, die unter technologischen Umbrüchen und fehlendem Investitionskapital leiden. Hauptursachen sind der technologische Strukturwandel hin zur Elektromobilität, Automatisierung, aufholender internationaler Konkurrenten und einer gesamtwirtschaftlichen Abschwächung in Europa. Auch Maschinenbau, Chemie- und Elektroindustrie verzeichnen Beschäftigungsrückgänge bis zu 2,5 %, was den Druck auf die Beschäftigung im industriellen Sektor weiter erhöht. Diese Entwicklung ist Ausdruck der inneren Widersprüche des Kapitalismus – einer systembedingten Tendenz zur Rationalisierung, Überproduktion und Kapitalakkumulation. Dem ist eine demokratisch kontrollierte, auf gesellschaftliche Bedürfnisse ausgerichtete Industriepolitik entgegenzusetzen.  

 

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report 142

Kapitalistische Konkurrenzwirtschaft:
Von der Ideologie des optimalen Gleichgewichts zur Realität der sozialen und ökologischen Zerstörung

Die kapitalistische Gesellschaft hat der Welt in historisch sehr kurzer Zeit massenhaft Reichtum und gleichzeitig auch massenhaft Überlebensprobleme beschert. Lösungen können offensichtlich nur in einer riesigen gemeinsamen koordinierten Anstrengung gelingen.

Der Report diskutiert, warum die Chancen dafür in einer Marktwirtschaft, die Egoismus, Konkurrenzdenken und Ausbeutung forciert, so schlecht sind.

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report 141

Weltordnung im Umbruch
Interessenskonflikte, Wendepunkte, Neue Bündnisse  

In isw-report 141 dokumentieren wir die Vorträge des 30. isw-forums

 

Frank Deppe: Der neue Kalte Krieg. Der Kampf um die globale wirtschaftliche und politische Macht
Katja Maurer: Der globale Süden und seine zunehmende politische Bedeutung
Peter Wahl: Neue Bündnisse und Gegenbewegungen zur westlich dominierten Globalisierung

 

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report 140

Die "Zeitenwende" und der Militär-Industrie-Komplex  

In isw-report 140 untersucht Fred Schmid den Militär-Industrie-Komplex und seine Wirkungen am Beispiel Deutschlands.

 

Der MIK ist ein Machtkonglomerat aus Rüstungsindustrie, Militär-Establishment, reaktionärer Politik und militärischer Staatsbürokratie. Die Politik, insbesondere die Kalten Krieger und deren Institutionen, die für Rüstung und Militär zuständigen Stellen gehören zu den Treibern für Hochrüstung und Kriegsvorbereitung.

 

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