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Buch 04/2026

Buch 04/2026

System Change oder Klimakollaps. Über die Verantwortungslosigkeit kapitalistischer Gesellschaften

Franz Garnreiter

270 Seiten, April 2026

Preis
€ 25,00

Seit Jahren wird versprochen, die Klimakrise mit CO₂-Preisen, Effizienzsteigerungen und grünem Wachstum zu lösen. Doch während Emissionen bepreist werden, steigen sie weiter; während erneuerbare Energien ausgebaut werden, wächst der Rohstoffverbrauch. Dieses Buch nimmt diese Widersprüche ernst – und zieht Konsequenzen.

Franz Garnreiter zeigt anhand konkreter Beispiele, warum marktwirtschaftliche Klimapolitik an ihre Grenzen stößt: warum Emissionshandel die Dekarbonisierung nicht beschleunigt, warum "grünes" Wachstum neue Abhängigkeiten von Metallen und Ressourcen schafft und weshalb die Hauptlast der Klimazerstörung bei jenen landet, die am wenigsten dazu beitragen.

Der besondere Blick dieses Buches liegt auf Zeiträumen und Machtverhältnissen, die in der Klimadebatte meist ausgeblendet werden: auf 250 Jahren kapitalistischer Expansion, auf der Konzentration von Reichtum und Entscheidungsmacht und auf der systematischen Verlagerung ökologischer Kosten in den Globalen Süden. Statt abstrakter Appelle fragt das Buch konkret, welche Wirtschaftsweise innerhalb plane­tarer Grenzen überhaupt tragfähig ist – und was dafür grund­legend anders werden muss.

 

Vorwort

Die kapitalistische Marktwirtschaft ist ungeheuer schöpferisch und gleichzeitig ungeheuer zerstörerisch. Wir nutzen revolutionäre technische Möglichkeiten, wir nutzen die riesigen Schätze der Natur, wir nutzen die Intelligenz und Kreativität von Milliarden Menschen – und wir schaffen es dennoch nicht, allen Menschen auf der Erde eine menschenwürdige Existenz zu sichern. Schlimmer noch: Wir zerstören die Umwelt in einem so rasenden Tempo, dass diese Umwelt nach vielen Jahrtausenden Stabilität innerhalb von Jahrzehnten zu kollabieren droht.

Dieses Buch diskutiert die Unzulänglichkeit marktwirtschaftlich-kapitalistischer Rezepte zur Überwindung der Klimakrise, die ja durch ebendieses kapitalistische Wirtschaftssystem entstanden ist. Aus dieser Unzulänglichkeit folgt die Notwendigkeit eines grundsätzlich anderen Wirtschaftssystems: wenn wir überleben wollen.

Dieses Buch ist letztlich das Ergebnis einer vieljährigen Arbeit und Diskussion im isw – Institut für sozialökologische Wirtschaftsforschung. In mehr als 200 Veröffentlichungen, in Veranstaltungen und in internen und öffentlichen Diskussionsrunden diskutieren wir die Fragen, die hier ausgebreitet werden (und auch viele weitere).

Dieses Buch drückt meine Skepsis und Besorgnis darüber aus, ob es uns, der Menschheit, noch gelingen kann, dass künftig alle gemeinsam gut überleben können und dass den kommenden Generationen eine lebenswerte Welt geboten werden kann.

Ich wäre froh, wenn diese meine Ausführungen und Befürchtungen vollumfänglich widerlegt werden könnten.

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Das Buch ist erschienen im oekom-Verlag, München
ISBN: 978-3-98726-537-2

Einführung: Marktwirtschaft und Klimaschutz

A: Die kapitalistische Raubbauwirtschaft ist das Problem
1. Den Zeithorizont erweitern: 250 Jahre Kapitalismus verändern die Umwelt für immer
2. Der Preis für Macht und Reichtum für nur Wenige
3. Wer sind die Klimazerstörer? Etwa wir?
4. Wer sind und wo leben die von der Klimazerstörung Betroffenen?

B: Problemlösung durch mehr Marktwirtschaft?
5. Der Wachstumswahn: Durchstarten mit grünem Wachstum?
6. Der Preishebel: CO2 bepreisen, dann macht‘s der Markt!?
7. Von der Ideologie des optimalen Gleichgewichts zur Realität der sozialen und ökologischen Zerstörung

C. Das Ende einer lebenswerten Welt oder das Ende der Ausbeutung von Mensch und Natur
8. Eine andere Welt ist nötig und möglich!
9. Zunehmende Blockbildung und Militarisierung im internationalen Rahmen verdrängen den Klimaschutz

 
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