Der Autor (Jörg Goldberg) untersucht die historische Entwicklung Afrikas
im Weltkapitalismus bis hin zu ihrem jüngsten Stand. Die koloniale
und neokoloniale Einflussnahme war und ist für ihn der entscheidende
Grund, der die autonome Entwicklung Afrikas unterbrochen und damit das
Problem der "Unterentwicklung" erst geschaffen hat. Warum aber haben die
imperialistischen Interventionen in Afrika anders gewirkt als in Asien
oder Lateinamerika. Afrika wurde zwar in den Weltkapitalismus integriert,
aber nicht "aktiv", sondern als bloßer Rohstofflieferant.
Zu einer Verankerung der kapitalistischen Produktionsweise, zur
Entwicklung eigener nationaler kapitalistischer Strukturen ist es in
Afrika nicht gekommen. Der Autor macht dafür sowohl die spezielle Art des
imperialistischen Einbruchs in Afrika als auch die Besonderheiten der
historisch gewachsenen afrikanischen Institutionen verantwortlich. Die
fehlende Verankerung des Nationalstaates, die Abwesenheit gemeinsamer,
als legitim betrachteter Institutionen und den Konflikt zwischen
traditionellen und "modernen" Herrschaftsformen erachtet er als die
wesentlichen "endogenen" Gründe für den entwicklungspolitischen Misserfolg
des Kontinents.
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Editorial (pdf, 28 kB)
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